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Rituale der Zusammenkunft

Als Mitte des 20. Jahrhunderts der britische Anthropologe Victor Turner den Umgang der archaischen Stämme mit Veränderungen erforscht, entdeckt er, dass resiliente Kulturen wichtige Entscheidungsprozesse nicht den regierenden Autoritäten überlassen. Um die interne Stabilität angesichts der Ungewissheit sicher zu stellen, pflegen sie in Übergangszeiten „Rituale der Zusammenkunft“. Ob Clanchef oder junge Mutter, für die Dauer des Rituals sind alle gleich. Alle sind betroffen und alle sind beteiligt



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Rituale der Zusammenkunft

Als Mitte des 20. Jahrhunderts der britische Anthropologe Victor Turner den Umgang der archaischen Stämme mit Veränderungen erforscht, entdeckt er, dass resiliente Kulturen wichtige Entscheidungsprozesse nicht den regierenden Autoritäten überlassen. Um die interne Stabilität angesichts der Ungewissheit sicher zu stellen, pflegen sie in Übergangszeiten „Rituale der Zusammenkunft“. Ob Clanchef oder junge Mutter, für die Dauer des Rituals sind alle gleich. Alle sind betroffen und alle sind beteiligt.


Gemeinsames Mindset

Unter dem Ritual sind tief verankerte Handlungsprinzipien zu verstehen, die soziale Interaktionen in einer Gruppe definieren. Hinter jedem Ritual steht ein Mythos – eine emotional verinnerlichte Erzählung, die Sinn stiftet und ein gemeinsames Mindset prägt.  Einzelne Personen fühlen sich hiermit der Gruppe zugehörig, die ihrerseits von ihren Mitgliedern Verbindlichkeit verlangt. Ein kulturelles DNA ist damit festgelegt, Sinn muss nicht jeden Tag neu verhandelt werden, Kooperationen gelingen leichter.

Das Ritual der Zusammenkunft vermittelt eine klare Botschaft: nur Gemeinsinn kann eine Transformation erfolgreich bewältigen. Der moderne Effectuation-Ansatz formuliert es ähnlich: die Zukunft können wir nicht vorhersehen, aber gemeinsam gestalten.

Dialogische Kultur

Das gemeinsame Erleben der Veränderungsnot schweißt zusammen. Es weckt Solidarität und Kreativität und ermöglicht schließlich Werte und Normen zu revitalisieren. Menschen können im offenen Dialog dem Unerwarteten einen Sinn abgewinnen, besser Konflikte lösen und optimistisch in die Zukunft blicken. Ressourcen und Zuständigkeiten können fair verhandelt werden. Die Rituale der Zusammenkunft prägen somit eine resiliente und innovative Kultur.

Wie Rituale in einer archaischen Kultur haben auch die modernen Formen des offenen Dialogs wie Open Space, World Café oder Design Thinking folgendes zum Ziel:

  • gemeinsame Erfahrungsintelligenz nutzen
  • Lösungskompetenz und Selbstwirksamkeit stärken
  • die Metamorphose des Mindsets ermöglichen

Klarheit und Verbindlichkeit

Facilitation ist dem uralten menschlichen Mythos verpflichtet, dass Menschen nur gemeinsam Veränderungen bewältigen können. Der Facilitator wacht über den strukturellen Rahmen einer Zusammenkunft und hilft Organisationen und Teams dabei, das formale und informale Wissen zu heben. Er ermutigt zur Reflexion, weist bei Bedarf auf Betriebsblindheit hin oder würdigt das Selbstverständliche. Ein Facilitator hilft Unklarheiten und Irritationen aus dem Weg zu räumen. Er interveniert, klärt auf, moderiert und freut sich mit allen Beteiligten, wenn Entscheidungsprozesse transparent und verbindlich ablaufen.

Seit mehr als 20 Jahren genieße ich das Vertrauen von vielen Unternehmen und Teams und darf Klärungs- und Enstcheidungsprozesse moderieren oder Führungskräfte in Facilitationtechniken ausbilden.

Kontaktieren Sie mich, wenn Sie an der Verbesserung der Zusammenarbeit und einer erfolgreichen Steuerung  von Veränderungsprozessen interessiert sind.

Beratung und Training für eine gelungene Transformation

© 2021 Gregor Adamczyk