Storytelling

Auch online verfügbar

Mindset ist ein Erzählkanon

Auch wenn es sich bei Storytelling vordergründig um „Geschichten erzählen“ handelt, steckt dahinter eine viel tiefere Einsicht in den Sinn des menschlichen Denkens, Fühlens und Handelns. Dank der Kenntnis von narrativen Mustern – Narrativ steht hier als Synonym für den Begriff Mindset – können wir das Verhalten anderer mit all ihrer Widersprüchlichkeiten besser einschätzen und die Denkweisen und Handlungsmotive besser erkennen.

Wir können unser eigenes Verhalten und das Verhalten unseres Gegenübers im sozialen und kulturellen Kontext eines „Treatments“ (Handlungsablaufs) vorausahnen und steuern.

Weiterlesen

Mindset ist ein Erzählkanon

Auch wenn es sich bei Storytelling vordergründig um „Geschichten erzählen“ handelt, steckt dahinter eine viel tiefere Einsicht in den Sinn des menschlichen Denkens, Fühlens und Handelns. Dank der Kenntnis von narrativen Mustern – Narrativ steht hier als Synonym für den Begriff Mindset – können wir das Verhalten anderer mit all ihrer Widersprüchlichkeiten besser einschätzen und die Denkweisen und Handlungsmotive besser erkennen.

Wir können unser eigenes Verhalten und das Verhalten unseres Gegenübers im sozialen und kulturellen Kontext eines „Treatments“ (Handlungsablaufs) vorausahnen und steuern.

Unternehmen verfolgen ein Ziel, bestehen aus steuerbaren und überprüfbaren Daten, materiellen und immateriellen Werten. Unternehmen werden von Menschen geführt, gestaltet, und geprägt. Die verschiedensten Motive ergänzen sich, prallen aufeinander und wenn es gut läuft finden einen gemeinsamen Sinn.

Unternehmenskultur

Unternehmen entwickeln eine Kultur. Es herrschen bestimmte Verhaltensregeln und Normen, Entscheidungsmuster und Führungsstile. Es wird organisiert, wer mit wem zusammenarbeitet, wer mit wem spricht, wann, wo und wie. Hierarchien werden bestimmt. Prozesse festgelegt. Und mittendrin in der organisierten Welt agieren Menschen, die sich einerseits an Regeln halten, andererseits „kurze Dienstwege“ gehen und nebst offiziellem Narrativ, ihre eigenen Versionen der Wirklichkeit erzählen und leben.

Narratives Management geht von der Tatsache aus, dass Menschen in Erzählstrukturen denken und handeln. Dass sie Ereignisse eigenwillig interpretieren und mit Sinn belegen. Dabei wird im offiziellen und inoffiziellen Erzählkanon eines Unternehmens nach typischen Merkmalen der Unternehmenskultur gesucht: z.B. über Führungsverständnis, Entscheidungsfindung, Umgang mit Veränderungen und Innovationen. Die Analyse einer Unternehmenskultur, die man mit Recherchen eines Anthropologen vergleicht, fördert typische Verhaltens- und Kommunikationsstrategien ans Tageslicht, die einem „Unternehmens-Eingeborenen“ offensichtlich und selbstverständlich sind und daher nicht reflexionswürdig. Es sind oft durch die Betriebsblindheit verdeckte Werte. Sowohl verborgene Ressourcen als auch Unbequemes.

Wirkung von narrativem Management

Die Narrative verstanden als Mindset (Denk- und Handlungsmuster) erklären auf sinnige Weise, warum vieles in Organisationen gelingt und warum einiges weniger. Wie wirklich kommuniziert wird. Welches Leistungsethos wirklich gelebt wird. Welche Wunschträume gepflegt werden. Durch narratives Management kann das Offensichtliche und Verborgene in den Fokus der Aufmerksamkeit rücken. Hinderliche Narrative könne genannt werden. Das Unbewusste dringt zu Bewusstheit, sorgt für den Leidensdruck und für die Dringlichkeit der Transformation.

Narratives Management stellt gerade in den Umbruchszeiten eine Möglichkeit dar, die komplexe Dynamiken eines Wandels zu verstehen und zu beeinflussen. Es bietet für eine lernende Organisation ein wertvolles Diagnoseinstrument und bietet Techniken eines offenen und konstruktiven Dialogs an.

Angebot für eine Kulturanalyse

Unten finden Sie einige Ansatzpunkte der Kulturanalyse aus der narrativen Perspektive. Die Managementforschung beginnend mit Peter F. Drucker hat bereits im letzten Jahrhundert persönliche Erfahrung vieler Unternehmenslenker bestätigt, dass viele mühsam erarbeitete Strategien innerhalb kürzester Zeit von der Kultur eines Unternehmens „verfrühstückt“ werden. Daher ist es ratsam, die Geschichten, die eine Kultur konstituieren, sich genauer anzuschauen und bei der Transformation d.h. Implementierung eines Zukunftsnarratives zu berücksichtigen.

Identitätsanalyse einer Organisation

Unternehmens-Genesis: Sinn- und zweckstiftende Entstehungsmythen. Betriebliches Wertekanon- Identitätsstiftende Erzählungen und Metaphern. Formeller und informeller Erzählfluss. Unternehmerischer Lebenswandel: Erfolgs- und Brandstorys.

Populäre Entscheidungsnarrative: Beispiele für Bewältigung von Komplexität und Ambiguität. Dramaturgie der Changeprozesse: Transformationsstorys, Zukunftsstorys und Widerstandsstorys. Geheime Spielregeln: Verhandlungs- und Durchsetzungsstrategien. Kommunikationsmuster: bewusste und unbewusste Scripte der Meinungsbildung. Wissen und Erfahrungen teilen – interne Speichermedien und Wissensbühnen. Kommunizieren von Entscheidungen – interne Lobbyarbeit, virales Marketing und Influencing. Nutzen von analogen und digitalen Erzählmedien.

Analyse der Führungskultur.

Führungskultur konstituierende Erzählungen. Arten von Sinnfindung und Sinngebung im Management. Führungsmythen und Führungsethos. Offizielle und inoffizielle Führungsleitlinien: Rolle der Vorbilder. Reflexives Denken: gelebte Managementtheorien und Trends. Menschenbild: erzählte und gelebte Definitionen der Selbstorganisation. Narrative Erklärungen für Leistung und Karriere. Muster der Verantwortungsübergabe und Verantwortungsübernahme. Rituale, Symbole und Artefakte der Macht. Genese und Sinn der Führungsinstrumente. Gewohnheitsstabilisierende Erzählungen. Interne Stressbewältigungs-skripte und Konflikttreatments.

Beratung und Training für eine gelungene Transformation

© 2021 Gregor Adamczyk